Zahnpflege – täglich bürsten, spülen, flossen
Wer sein Gebiss mindestens zweimal täglich putzt und mindestens einmal im Jahr vom Zahnarzt kontrollieren lässt, hat die besten Chancen, mit gesunden Zähnen alt zu werden.Im Überblick
Sanfte Bürste statt harter Schrubber
Das wichtigste Hilfsmittel zur Zahnpflege ist die Zahnbürste. Diese sollte abgerundete Kunststoffborsten haben, der Bürstenkopf darf nicht zu groß sein, damit jede Stelle im Mund erreicht werden kann. Hilfreich sind vor allem bei eingeschränkter Motorik elektrische Zahnbürsten. Wer sensible Zähne oder gereiztes Zahnfleisch hat, sollte weiche Borsten bevorzugen. Es ist ein Irrtum, dass harte Bürsten intensiver reinigen. Die Lebensdauer einer Zahnbürste beträgt circa acht Wochen, dann sollte die Bürste gegen eine neue ausgetauscht werden. Nach Infektionen im Mundbereich ist ein Auswechseln der Zahnbürste empfehlenswert, um einen erneuten Kontakt mit den Erregern zu vermeiden.
Es gibt spezielle
Prothesenbürsten. Sie haben zusätzlich auf der Rückseite des Bürstenkopfes ein längeres Bürstenbüschel, damit auch die schwer erreichbaren Seiten an der
Prothesenbasis gereinigt werden können.
Zungenbürsten sind für Menschen, bei denen die Zunge oft belegt ist, ein geeignetes Hilfsmittel. Die Reinigung der Zungenoberfläche hilft, einem schlechten Geschmack und Mundgeruch vorzubeugen. Die richtige Anwendung sollte in der zahnärztlichen Praxis im Rahmen der Individualprophylaxe geübt werden.
Die
Zahnpasta hilft durch Poliermittel, Zahnbelag zu entfernen. Aromastoffe (z. B. Pfefferminz) erfrischen den Atem und geben einen guten Geschmack. Zusätzlich enthält Zahnpasta
Fluoride, die den
Zahnschmelz gegenüber den Stoffwechselprodukten der Bakterien widerstandsfähiger machen und so vor
Karies schützen.
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Hilfsmittel für die Extra-Pflege
Zahnseide und Interdentalbürste
Mit der Zahnbürste lassen sich die Speisereste in den Zahnzwischenräumen meistens nicht entfernen. Zahnärzte raten deshalb zur Zahnseide. Das „Flossen“ (kommt vom englischen Begriff „floss“ für Zahnseide) kann in der Zahnarzt-Praxis demonstriert und in Ruhe geübt werden. Kleine
Interdentalbürsten erweisen sich oft als vorteilhafter, da sie leichter zu handhaben sind. Sie sind grundsätzlich besser für breitere Zahnspalten geeignet als der feine Seidenfaden.
Munddusche
Dieses Gerät unterstützt die Bürstenreinigung der Zähne, ersetzt sie aber nicht. Eine Munddusche lockert und spült Nahrungsmittelreste zwischen den Zähnen weg, entfernt aber nicht den eigentlichen Zahnbelag.
Mundspüllösung
Sie kann zusätzlich zur Grundreinigung mit Zahnbürste und Zahnpasta eingesetzt werden. Bestimmte Wirkstoffe darin sollen die Neubildung von Zahnbelag
(Plaque) hemmen. Bei der Langzeitanwendung z. B. von
Chlorhexidin-Präparaten können sich allerdings Zähne, Füllungen und Zungenoberfläche bräunlich verfärben. Auch der Geschmack kann beeinträchtigt werden.
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Prothesen richtig reinigen
Pulverreiniger für
Prothesen können die Reinigung mit der
Bürste nicht ersetzen. Verwenden Sie keine Zahnpasta zur Reinigung der Prothese. Die darin enthaltenen Schmirgelstoffe sind auf die Härte des
Zahnschmelzes eingestellt. Sie zerstören die hochglanzpolierte Oberfläche des Zahnersatzes. Besser ist es, einen Tropfen mildes Spülmittel auf die Zahnbürste zu geben. Nach der Reinigung muss die Prothese gut mit Wasser abgespült werden. Sitzt die
Prothese zu locker, benutzen viele Prothesenträger
Haftmittel.
Grundsätzlich ist allerdings ein Halt ohne Hilfsmittel anzustreben. Ein Zahnarzt muss entscheiden, ob andere Maßnahmen den Haftverbund verbessern können. Ist eine Optimierung des Haltes nicht möglich, kann der Arzt Haftcreme verordnen. Dem Prothesenträger ermöglicht sie einen höheren Tragekomfort, außerdem fühlt er sich anderen Menschen gegenüber beim Sprechen und Essen sicherer. Die Haftcreme sollte dünn aufgetragen und die
Prothese nach dem Tragen gründlich von Rückständen befreit werden.
Der beste Zeitpunkt für
desinfizierende Reinigungsbäder ist vor dem Schlafen- gehen. Beachten Sie dabei die Anwendungs- und Dosierungsempfehlungen. Die empfohlenen Einwirkzeiten der einzelnen Produkte können sehr unterschiedlich ausfallen. Der Verschmutzungsgrad muss auch berücksichtigt werden.
Die
Desinfektion der Zahnprothese kann auch mit einer
Chlorhexidinlösung erfolgen. Nach gründlicher Reinigung mit der Zahnbürste wird die Prothese dann zwei- bis dreimal pro Woche für drei bis fünf Minuten in ein entsprechendes Reinigungsbad gelegt. Gebrauchsfertige
Chlorhexidinlösungen gibt es in der Apotheke. Nach dem Desinfektionsbad wird die Zahnprothese unter fließendem Wasser gründlich abgespült und wieder eingesetzt.
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Zähne putzen ist kinderleicht
Schöne Zähne sind keine Glückssache, sondern das Ergebnis konsequenter Zahnpflege. Und die sollte schon mit den ersten
Milchzähnen beginnen. Denn Milchzähne ermöglichen Ihrem Kind nicht nur zu essen und richtig zu sprechen. Die letzten Milchzähne müssen auch bis etwa zum zwölften Lebensjahr gesund bleiben, damit sie ihre Aufgabe als Platzhalter für die bleibenden Zähne erfüllen können.
An das Minimum von zweimal täglich Zähneputzen können sich schon kleine Kinder gewöhnen. Noch besser wäre es, nach jeder Mahlzeit die Zähne zu putzen, dann haben schädliche Zahnbeläge keine Chance.
Reinigen Sie die Zähne Ihres Kindes sorgfältig mit einer altersgerechten Zahnbürste sowie einer erbsengroßen Menge Kinderzahnpasta mit entsprechendem Fluoridgehalt: Zahncremes für Erwachsene und Kinder ab dem Schulalter enthalten zwischen 1000 und 1500 ppm
Fluorid. Die meisten im Handel befindlichen Zahnpasten für Kinder sind mit 500 ppm
Fluorid angereichert. Um keinen Anreiz zum Verschlucken zu geben, sollten Sie auf Zahnpasten mit Frucht- oder Bonbongeschmack verzichten. Zusätzlich können Sie fluoridhaltiges Speisesalz im Haushalt einsetzen und damit einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung der Zähne Ihrer ganzen Familie leisten.
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Zähne putzen ab 3 Jahren mit „KAI“
Kinder im Kindergartenalter lernen das Zähneputzen nach der KAI-Regel: Zuerst werden die
Kauflächen, dann die
Außenflächen und zum Schluss die
Innenflächen der Zähne geputzt. So geht's:
Begonnen wird mit den
Kauflächen: Ihr Kind darf zuerst oben und dann unten auf den Kauflächen hin und her putzen.
Weiter geht es mit den
Außenflächen: Lassen Sie Ihr Kind die Zähne aufeinander stellen. Dann soll es die Zahnbürste zum letzten Backenzahn schieben und auf den geschlossenen Zahnreihen große Kreise malen, bis es auf der anderen Seite den letzten Backenzahn erreicht hat.
Zuletzt werden die
Innenseiten gereinigt: Dazu wird die Zahnbürste im Ober- und Unterkiefer innen auf den Zahnfleischrand aufgesetzt und mit kleinen Kreisen oder mit Drehbewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn hin, also von „Rot nach Weiß“ geputzt.
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Kinder ab 10 Jahren – Zähneputzen wie die Erwachsenen
Der Mund wird zuerst kräftig ausgespült: Pressen Sie dabei das Wasser so durch die Zahnzwischenräume, dass die frischen Speisereste bereits gelöst werden. Dann werden mit der „Bass-Technik“ Speisereste und Beläge mit kleinen, rüttelnden Bewegungen entfernt.
Außenflächen: Zur Reinigung der Außenflächen bleibt der Mund leicht geöffnet. Setzen Sie die Zahnbürste schräg im 45-Grad-Winkel auf den Zahnfleischrand, rütteln Sie sanft 5–8 Mal auf der Stelle und wischen Sie dann von Rot nach Weiß aus, also von Zahnfleisch zur Zahnfläche. So kann die Zahnbürste den Zahnbelag lösen und abspülen. Nehmen Sie sich nacheinander Zahn für Zahn vor.
Innenflächen: Putzen Sie auch die Innenflächen gründlich Zahn für Zahn. Lösen Sie durch sanftes Rütteln den Zahnbelag und wischen Sie ihn vom Zahnfleisch zum Zahn hin aus.
Kauflächen: Die Kauflächen dürfen nun richtig geschrubbt werden: Zuerst auf den oberen, dann auf den unteren Kauflächen hin und her putzen.
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Zahnseide nicht vergessen
Vergessen Sie nicht, die Zahnzwischenräume regelmäßig zwei- bis dreimal Mal wöchentlich, optimal wäre täglich, zu reinigen. Nur so können Sie sicher sein, dass auch die Zwischenräume richtig sauber werden. Benutzen Sie
Zahnseide bzw. die
Interdentalbürstchen, am sinnvollsten abends nach dem Zähneputzen, um auch die letzten Speisereste zu entfernen.
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TEST: Muss ich zum Zahnarzt?
Um zu erfahren, ob Sie einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren sollten, beantworten Sie bitte die folgenden Fragen:
- Hatten Sie in den letzten vier Wochen Zahnschmerzen?
- Hatten Sie in den letzten vier Wochen Zahnfleischbluten?
- Ist ein Zahn oder sind mehrere Zähne gelockert?
- Haben Sie Mundgeruch beziehungsweise einen schlechten Geschmack im Mund?
- Haben Sie in letzter Zeit Veränderungen an der Mundschleimhaut festgestellt?
- Haben Sie Zahnlücken im Mund?
- Sind Ihre Zähne empfindlich gegenüber Heißem, Kaltem, Süßem oder Saurem?
- Knirschen Sie mit den Zähnen, haben Sie Verspannungen der Gesichts- und Nackenmuskulatur?
- Haben Sie oft Kopfschmerzen?
- Können Sie mit Ihrer Prothese nicht mehr alles essen?
- Fällt Ihnen die Prothese beim Sprechen ins Wort?
- Ist der letzte Kontrollbesuch beim Zahnarzt länger als ein halbes Jahr her?
Wenn Sie eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen.
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Adressen zum Thema Zahnerkrankungen
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Liesegangstr. 17a
40211 Düsseldorf
Tel.: 02 11/61 01 98 0
Fax: 02 11/61 01 98 11
Internet:
www.dgzmk.de
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
Universitätsstraße 73
50931 Köln
Tel.: 02 21/40 01-0
Fax: 02 21/40 40 35
Internet:
www.kzbv.de
Bundeszahnärztekammer
Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V.
Chausseestr. 13
10115 Berlin
Tel.: 0 30/4 00 05-0
Fax: 0 30/4 00 05-2 00
E-Mail:
presse@bzaek.de
Internet:
www.bzaek.de
Zahn-Forum.de
Initiative des Landesverbandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen Baden-Württembergs
E-Mail:
info@zahn-forum.de
Internet:
www.zahn-forum.de
Universitätsklinikum Charité
Abteilung für Zahnärztliche Prothetik und Alterszahnmedizin
Internet:
www.charite.de
Arbeitskreis Gerostomatologie e.V.
Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft der Gerodontologen
Internet:
www.akgerostomatologie.de/
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