Hände auf dem Bauch
Gasblasen im Darm sind unangenehm und manchmal peinlich. Menschen, die zu Blähungen neigen, sollten manche Lebensmittel meiden und Verdauungshilfen nutzen.
Toilettenpapier
Durchfall kann eine harmlose Befindlichkeitsstörung, aber auch Symptom einer lebensbedrohlichen Infektion sein. Der Körper droht dabei gefährlich auszutrocknen.
Grafik: Darm
Ein empfindlicher Darm reagiert vor allem auf psychische Belastungen gereizt – mit Durchfall, Krämpfen, Blähungen und Verstopfung.
Frauenpo im Slip
Wer sich falsch ernährt oder kaum bewegt, verführt den Darm zur Trägheit. Abführmittel lösen die Verstopfung, sind aber keine Dauerlösung für das Problem.
Grafik: Magen
Wenn der Magen überlastet ist, kann er „überlaufen“. Speisebrei mit ätzender Magensäure fließt in die Speiseröhre zurück und verursacht Sodbrennen.
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Blähungen: Dicke Luft im Darm

Blähungen zählen zu den häufigsten Verdauungsbeschwerden. Sie werden als normal eingestuft, wenn hastiges Essen oder blähende Speisen die Ursache sind. Manchmal stecken aber auch Krankheiten dahinter. Im ersten Fall helfen Hausmittel wie Tees oder auch Entschäumer aus der Apotheke – im zweiten ist ein Arztbesuch notwendig.

Im Überblick



Gasüberschuss verursacht Blähungen

Meteorismus, also der Blähbauch entsteht durch verschiedene Ursachen, beispielsweise auch durch verschluckte Luft. Der Bauch ist aufgebläht und gespannt. Oft kommt es zu Krämpfen und zu kolikartigen Schmerzen. Säuglinge leiden in den ersten Lebenswochen häufig unter schmerzhaften Blähungen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Dreimonatskoliken. Beim Blähbauch klagen die Betroffenen meist auch über Magendrücken und Völlegefühl. Verstopfung oder krampfartiger Durchfall können die Symptome begleiten.
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Bohnensuppe oder Stress – unterschiedlichste Ursachen

Bestimmte Lebensmittel, hastiges Essen oder üppige Mahlzeiten können ebenso zu Blähungen, also zum Abgang von Winden, führen wie Stress, Bewegungsmangel oder eine gestörte Darmflora. Die häufigsten Auslöser sind:
  • blähende Speisen, z. B. Kohl, Hülsenfrüchte, frisches Brot, Zwiebeln, kohlensäurereiche Getränke
  • hastiges Essen, weil dabei viel Luft verschluckt wird
  • üppige Mahlzeiten (zu fett, zu süß)
  • übermäßiger Alkohol-, Nikotin- und Kaffeegenuss
  • Ernährungsumstellung auf Vollwertkost
  • Stress, Nervosität
  • Reizdarm-Syndrom
  • Magenerkrankungen
  • Verdauungsstörungen, etwa ein Mangel an Verdauungsenzymen, Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse, Erkrankungen der Galle, Infektionen des Magen-Darm-Trakts
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit, z. B. von Milchzucker (Laktoseintoleranz), Gluten (Zöliakie, Sprue) oder Fruchtzucker (Fructoseintoleranz)
  • gestörte Darmflora, etwa nach einer Antibiotikabehandlung
  • Flugreisen, langes Sitzen in Kombination mit dem veränderten Luftdruck in der Kabine
Manchmal sind Blähungen allerdings auch eine Begleiterscheinung von Krankheiten. Dann können sie zu den ersten Anzeichen von Organschäden gehören.
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Wegen Blähungen zum Arzt?

Wenn Blähungen längere Zeit auftreten, ohne dass eine Ursache erkennbar ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten.

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Auch Mittel gegen Blähungen können unerwünschte Wechsel- und Nebenwirkungen zeigen. Hinweise zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Beachten Sie die Dosierungsanleitung der einzelnen Medikamente. Die Mittel können nur wirken, wenn sie regelmäßig und ausreichend hoch dosiert eingenommen werden.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • Sie starke Schmerzen oder heftige Krämpfe verspüren
  • die Beschwerden längere Zeit anhalten, ohne dass Sie die Ursache kennen
  • bei nüchternem Magen ein Völlegefühl auftritt
  • Sie appetitlos sind und immer mehr an Gewicht verlieren.

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So löst sich die Gasansammlung auf

Luftansammlungen im Magen-Darm-Trakt und quälende Blähungen lassen sich durch einige Verhaltensmaßnahmen lindern. Reduzieren Sie den täglichen Stress und nehmen Sie sich die Zeit, in Ruhe zu essen. Auch Bewegung, z. B. ein Spaziergang nach dem Essen, schafft Abhilfe bei Blähungen. Achten Sie zusätzlich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Auch Hausmittel wie Bauchmassage oder Wärmflasche können helfen. Zusätzlich gibt es Medikamente und Tees gegen die Beschwerden.

Naturheilmittel

Arzneipflanzen, die auf den Verdauungstrakt einwirken, haben eine entzündungshemmende Komponente, viele wirken auch krampflösend und verdauungsfördernd. Vor allem Fenchel, Anis und Kümmel findet man häufig in Magen-Darm-Tees gegen Blähungen. Auch Pfefferminze wirkt entkrampfend und eignet sich sehr gut zur Behandlung von kolikartigen Schmerzen. Weitere Heilpflanzen, die die Verdauung fördern und Blähungen lindern, sind Koriander, Kamille, Schafgarbe und Ingwer. Für Erwachsene haben sich neben Tees auch pflanzliche Tropfen bewährt. Diese enthalten allerdings Alkohol und eignen sich daher nicht zur Anwendung bei Kindern oder bei Menschen mit Leberfunktionsstörungen.

Entschäumer
Zur Behandlung von Blähungen werden sogenannte Entschäumer eingesetzt. Sie verwandeln die kleinen Luftbläschen im Darm in mehrere große Blasen. Diese lösen sich leichter auf und der Darm wird schneller entbläht. Als Wirkstoffe kommen Substanzen wie Dimeticon oder Simeticon zum Einsatz. Diese wirken direkt physikalisch im Darm und werden nicht ins Blut aufgenommen. Es gibt Kautabletten und Suspensionen, letztere können auch bei Säuglingen angewandt werden. Die darin enthaltene Sorbinsäure kann bei empfindlichen Personen vorübergehend Hautreizungen auslösen.

Verdauungsenzyme
Manche Medikamente gegen Blähungen enthalten Verdauungsenzyme (z. B. Pankreatin, Lipase, Amylase oder Protease). Diese sollen die Verdauung unterstützen und damit Völlegefühl und Blähungen vermindern. Allerdings sollten diese Medikamente nur bei nachgewiesener Maldigestion (enzymatisch bedingte Verdauungsstörung) eingesetzt werden.

Blähungen bei Babys
Auch Babys sind häufig von Blähungen betroffen, besonders in den ersten drei Lebensmonaten. Wenn Ihr Baby unter Blähungen und Koliken leidet, können Sie z. B. mit den Heilpflanzen Fenchel, Anis und Kümmel seine Beschwerden lindern oder mit Entschäumern behandeln. Ebenfalls bewährt haben sich Bauchmassagen.

Blähungen können auch durch homöopathische Mittel und Schüßler-Salze positiv beeinflusst werden.


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Homöopathische Mittel

Charakteristisch für eine homöopathische Behandlung von Blähungen ist, dass sie sich an den verschiedenen Beschwerdebildern orientiert. Je nach den Begleiterscheinungen der Blähungen sind unterschiedliche Wirkstoffe bzw. Potenzen erforderlich.
  • Druck im Magen, Mundgeruch. Aufstoßen bessert, fette Speisen verschlechtern Beschwerden: Carbo vegetabilis
  • Neigung zu Erbrechen, Unverträglichkeit von Kaffee, Nikotin, Alkohol, gewürzten Speisen, Sodbrennen, Druck im Magen: Nux vomica
  • Bauch aufgetrieben, starkes Aufstoßen, Verlangen nach Süßigkeiten, die nicht vertragen werden, Nervosität: Argentum nitricum
  • Nach Durcheinanderessen, Brechneigung, Druck im Magen, ranziges Aufstoßen. Fette Speisen verschlechtern Beschwerden: Pulsatilla
  • Bitterer Mundgeschmack, Koliken. Wärme bessert Beschwerden: Chamomilla

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Schüßler-Salze

Die alternativmedizinische Behandlung mit Mineralsalzen in homöopathischer Dosierung basiert auf der Annahme, dass Krankheiten allgemein durch einen gestörten Mineralhaushalt der Körperzellen entstehen und durch die homöopathische Gabe von Mineralien geheilt werden, so auch Blähungen:

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Grafik: Verdauungsorgane
© Shutterstock
In den verschlungenen Windungen des Darms können Gasblasen für unangenehmen Druck sorgen. Schuld daran sind schwer verdauliche Speisen oder verschluckte Luft.
Grüne Bohnen
© iStockphoto
Bohnen und andere Hülsenfrüchte stellen für die Verdauung eine besonders große Herausforderung dar. Aber nicht alle Menschen bekommen vom Gemüse auch Blähungen.
Teekanne
© Shutterstock
Verdauungstees lösen die Luftblasen im Darm auf. Ein Aufguss mit Fenchelsamen hilft schon Babys über die schmerzhaften Dreimonatskoliken hinweg.
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