Schuppenflechte – hyperaktive Hautzellen
Die Ursache der chronischen Hauterkrankung ist noch nicht vollständig bekannt – zum Teil ist die Schuppenflechte aber erblich bedingt. Als Auslöser kommen unterschiedliche Faktoren infrage: Äußerliche, wie etwa Allergien verursachende Stoffe, aber auch innerliche, wie Stress oder Medikamente. Im Überblick
Ursache und Vorkommen
Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine nicht ansteckende Haut- und Systemerkrankung, deren Ursprung in einem multifaktoriellen Geschehen mit erblicher Komponente gesehen wird. In Deutschland leiden etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung an Psoriasis. Jeder fünfte Patient mit Schuppenflechte hat zusätzlich Gelenkbeschwerden. Die chronische Erkrankung tritt unabhängig von Hautfarbe oder ethnischer Zugehörigkeit auf. Eine Verhornungsstörung ist Ursache der typischen Haut- oder Nagelveränderungen bei Schuppenflechte: Die Oberhaut erneuert sich binnen weniger Tage, Zellen teilen sich rasend schnell, als Folge schuppt und verdickt sich die Haut.
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Die Rolle der Gene
Schuppenflechte ist zu einem Teil erblich bedingt: So hat die Zwillingsforschung ergeben, dass das Risiko, an Schuppenflechte zu erkranken, für einen Zwilling bei 66 Prozent liegt, wenn sein Geschwisterteil diese Krankheit bereits hat. Im Gegensatz zu früheren Annahmen geht man heute von einem multifaktoriellen Geschehen mit erblicher Komponente aus.
Auslöser sind beispielsweise physische oder psychische Belastungen (wie eine Krankheit, eine Operation oder der Tod eines Angehörigen). Bei Frauen kann auch die hormonelle Veränderung in der Schwangerschaft einen Ausbruch nach sich ziehen. Oft bricht die Schuppenflechte das erste Mal in der Pubertät aus, was ebenfalls für einen Einfluss der Hormone spricht.
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Typische Auslöser für Schuppenflechte
Die Gene spielen vor allem bei den schweren Formen der Psoriasis mit frühem Krankheitsbeginn (vor dem 25. Lebensjahr) eine Rolle. Die meisten Menschen mit Schuppenflechte zählen zu dieser Gruppe. Die leichteren Formen treten meist später im Leben auf und sind zu einem geringeren Grad erblich bedingt. Die Erbanlage reicht allerdings meist nicht aus, um die Krankheit aufflammen zu lassen. Bestimmte Einflussfaktoren, die längst nicht alle bekannt sind, können die Psoriasis zum Ausbruch bringen: Dazu zählen
- Klima oder Arbeitsumgebung
- mechanische Reize wie Druck, Reibung oder Verletzungen
- allergene Stoffe
- Stress und andere psychische Belastungen
- Rauchen
- Alkohol
- Medikamente (z.B. Betablocker, Lithium, Chloroquin),
- Übergewicht,
- arachidonsäurereiche Ernährung
- Infektionskrankheiten
- Stoffwechselstörungen
- hormonelle Schwankungen, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre
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Vorgänge im Körper
Man geht davon aus, dass es sich bei der Schuppenflechte um eine komplizierte Immunreaktion handelt. Eine wichtige Rolle spielen bestimmte Zellen in der Haut, wie
T-Lymphozyten und
Makrophagen, sowie einige Signalstoffe, wie der
Tumornekrosefaktor alpha. Zusammen sind sie alle in einem komplizierten Netz von Signalwegen verflochten, was die Haut mit einer Entzündung reagieren und dabei die Hautzellen ihre Teilungsrate steigern lässt. Das führt zu den typischen Hauterscheinungen der Schuppenflechte: Bereits nach einigen Tagen verdickt und schuppt sich die Haut.
Es gibt Hinweise darauf, dass die Schuppenflechte auch durch Infektionen ausgelöst werden kann. Nach Infektionen mit Streptokokken, wie bei Mittelohrentzündung oder eitriger Angina, kommt es oft zu einem Schub. Auch andere Infektionen durch
Bakterien,
Viren oder Pilze können zu Schüben führen.
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