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Zöliakie und Sprue (Glutenunverträglichkeit)



Zöliakie und Sprue – Frau isst Brot © Thinkstock
Bei Kindern heißt sie Zöliakie, erkranken Erwachsene wird sie als Sprue bezeichnet. Es handelt sich bei dieser Erkrankung um eine Unverträglichkeit gegen das Klebereiweiß Gluten. Gluten setzt sich aus den Eiweißbestandteilen Gliadin und Glutenin zusammen und kommt in den Getreidesorten Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel und Grünkern vor. Diese Unverträglichkeit bleibt ein Leben lang bestehen. Etwa jeder hundertste Deutsche ist von dieser Krankheit betroffen, 70 Prozent davon sind Frauen. Zöliakie beziehungsweise Sprue wird nicht vererbt, wohl aber die Anlage dazu. Man spricht von einer genetischen Disposition.

Was geschieht bei Zöliakie oder Sprue?

Das eigentlich harmlose Gluten wird vom Immunsystem Zöliakie-Kranker als etwas Feindliches angesehen und wie Bakterien oder Viren angegriffen. Die Antikörper richten sich dabei nicht nur gegen das Gluten, sondern auch gegen körpereigene Substanzen und das ist bei dieser Krankheit die Dünndarmschleimhaut. Zöliakie beziehungsweise Sprue wird aus diesem Grund zu den sogenannten Autoimmunkrankheiten gezählt, da das Immunsystem sich gegen den eigenen Körper richtet.

Die Dünndarmschleimhaut eines Gesunden ist von vielen Fältchen, den so genannten Darmzotten ausgekleidet. Durch die Zotten ist die Oberfläche des Darms stark vergrößert und kann so die Nahrung gut aufspalten und aufnehmen. Bei Zöliakie bewirkt der Kontakt der Dünndarmschleimhaut mit dem Eiweiß Gluten Entzündungen der Darmzotten mit nachfolgender Abflachung und sogar gänzlichem Abbau. Nährstoffe wie Fette, Kohlenhydrate, Proteine, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente können nicht mehr in ausreichender Menge vom Darm aufgenommen werden und es kommt zu den typischen Symptomen.

Oft wird Zöliakie erst sehr spät erkannt

Bis Zöliakie oder Sprue eindeutig erkannt wird, machen manche Patienten einen jahrelangen Krankheitsverlauf durch. Die Symptome wie Durchfälle, Blähungen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, bei Kindern auch Gedeihstörungen, Übellaunigkeit und Bauchschmerzen werden oft nicht richtig eingeordnet. Letzte Sicherheit bringt dann erst eine Probeentnahme (Biopsie) der Dünndarmschleimhaut.

Zöliakie-Patienten müssen ein Leben lang auf glutenhaltige Nahrung verzichten

Wenn die Diagnose Zöliakie gestellt ist, hilft nur eins: Eine Ernährungsumstellung mit lebenslangem Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel. Die Devise heißt fortan: Es dürfen nur noch glutenfreie Nahrungsmittel auf den Speiseplan gelangen. Eine Therapie mit Medikamenten gibt es leider nicht.
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