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descriptionCheckliste
Welches Reiseziel ist das richtige, sind Impfungen oder eine Krankenversicherung für das Ausland nötig? Vor einer Reise müssen Sie an einiges denken.
descriptionReiseapotheke
Ob bei Sonnenbrand oder Durchfall: Mit einer gut ausgestatteten Reiseapotheke kann man den Urlaub unbeschwerter genießen.
descriptionKüstenlandschaft
Krankheitserreger als Souvenir mitbringen: Das will keiner. Wer verreist, sollte sich vorher ausreichend über Krankheiten vor Ort informieren.
descriptionSonne am Himmel mit leichten Wolken
Bei zu viel Sonne drohen Sonnenbrand und Hautkrebs, bei Insektenstichen bestimmte Reisekrankheiten. So können Sie sich davor schützen.
descriptionVerletzung am Fuß wird mit Erste-Hilfe-Maßnahme versorgt.
Zu viel Hitze, die Glasscherbe im Fuß oder eine Qualle berührt – im Urlaub passiert schnell einmal etwas. Die richtige Erste Hilfe verhindert Schlimmeres.
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Reisekrankheiten und wie Sie sich schützen können

Von einer Reise bringt man gerne ein paar Souvenirs mit – Krankheitserreger gehören nicht dazu. Durchfall ist die häufigste Reisekrankheit und meist harmlos. Dennoch sollte man sich davor schützen. Auch anderen Erkrankungen wie Malaria oder Hepatitis sollte man vorbeugen.

Im Überblick



Auf Reisen besteht häufig die Gefahr, sich mit bestimmten Krankheiten zu infizieren. Vor allem bei Reisen in tropische Gebiete drohen Reisekrankheiten. Es ist deshalb sehr wichtig, sich rechtzeitig vor der Reise über mögliche Schutzmaßnahmen und Reiseimpfungen zu informieren.

Das können Sie beispielsweise beim Auswärtigen Amt.

Im Folgenden finden Sie Informationen zu verschiedenen Reisekrankheiten und zu deren Ursachen. Außerdem erfahren Sie mehr über die Therapie und wie Sie sich schützen können.
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Reisedurchfall

Die häufigste Reisekrankheit ist Durchfall. Als Auslöser kommen verschiedene Erreger in Frage. Am häufigsten tritt der infektiöse, also der entzündliche Durchfall auf, der beispielsweise durch Coli-Bakterien, Campylobacter oder Salmonellen ausgelöst wird. Man nennt ihn auch „Montezumas Rache“. Aber auch Amöbenruhr mit Einzellern als Ursache und Bakterienruhr, die durch Shigellen (Bakterien) verursacht wird, gehören zu den Reisedurchfällen.

Durchfall wird primär mit Elektrolytlösungen und Flüssigkeitszufuhr behandelt. Je nach Auslöser können auch Antibiotika notwendig sein. Um Reisedurchfall vorzubeugen, sollten Sie einige Maßnahmen beachten: Trinken Sie kein Leitungswasser und verwenden Sie keine Eiswürfel. Trinken Sie außerdem nur aus original versiegelten Flaschen. Essen Sie nur frisch geschälte, gekochte oder gebratene Speisen und meiden Sie Salate sowie Fleischgerichte von Garküchen am Straßenrand.
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Cholera

Eine sehr gefährliche Durchfallerkrankung ist die Cholera. Sie wird von Bakterien verursacht, die durch verunreinigtes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel übertragen werden und tritt deshalb vor allem bei schlechten hygienischen Verhältnissen auf. Die Bakterien erzeugen Giftstoffe (Toxine), die die Darmschleimhaut angreifen. Die Symptome der Cholera sind starkes Erbrechen und dünnflüssiger Durchfall mit einem sehr hohen Flüssigkeitsverlust. Deshalb besteht die Gefahr, dass Betroffene austrocknen oder ein Nieren- und Kreislaufversagen erleiden.

Behandelt wird Cholera mit Antibiotika, die die Bakterien abtöten. Zusätzlich erhalten die Erkrankten Elektrolytlösungen und viel Flüssigkeit. Es gibt eine Schluckimpfung gegen Cholera. Diese ist bei Touristen mit normaler Aufenthaltsdauer jedoch meist nicht nötig. Nur wer länger in einem Land mit erhöhtem Choleravorkommen bleibt oder engen Kontakt zur Bevölkerung hat, sollte sich impfen lassen. Zudem sollten Sie nur abgefülltes Wasser aus original verschlossenen Flaschen trinken und nur gekochte, gebratene oder frisch geschälte Lebensmittel essen. Auch rohe Milchprodukte sollten Sie meiden.
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Typhus

Eine weitere Darmerkrankung, die durch Bakterien (Salmonella typhi) ausgelöst wird, ist der Typhus. Typhus kommt weltweit bei schlechten hygienischen Verhältnissen vor. Auch hier geschieht die Übertragung vor allem durch verunreinigtes Wasser und verunreinigte Lebensmittel. Typhus zeigt sich durch hohes Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Durchfall, der eine anfängliche Verstopfung ablöst.

Typhus wird mit Antibiotika behandelt, die die Bakterien abtöten. Wasser- und Elektrolytverluste sollten ausgeglichen werden. Gegen Typhus gibt es eine Schluckimpfung oder eine Impfung als Injektion. Als Reiseimpfung wird meist die Schluckimpfung empfohlen. Auch zur Vorbeugung von Typhus sollten Sie kein Leitungswasser trinken und nur gekochte, gebratene oder frisch geschälte Lebensmittel verzehren.
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Dengue-Fieber

Dengue-Fieber ist eine von Mücken übertragene Virusinfektion. Am häufigsten wird es von der Ägyptischen oder der Asiatischen Tigermücke in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik übertragen. Die Betroffenen bekommen Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel, Gliederschmerzen und ihre Haut juckt. Meist heilt Dengue-Fieber ohne Folgen aus. Bei schweren Verläufen kann es jedoch zu Blutdruckabfall, Schocksymptomatik und Blutungen kommen. Wer einmal Dengue-Fieber hatte, ist gegen den jeweiligen Subtyp des Erregers immun. Allerdings existieren viele verschiedene Subtypen, mit denen man sich weiterhin infizieren kann.

Ein spezielles Medikament gegen Dengue-Fieber gibt es nicht. Man kann lediglich die Symptome behandeln. Auch eine Impfung gegen Dengue-Fieber ist nicht möglich. Um sich vor einer Infektion zu schützen, ist deshalb ein geeigneter Mückenschutz wichtig.
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Gelbfieber

Gelbfieber ist ebenfalls eine Virusinfektion, die von Mücken übertragen wird. Es tritt vor allem in Schwarz- und Südafrika sowie in Mittel- und Südamerika auf. Die Erkrankung zeigt sich durch Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen sowie manchmal Übelkeit und Erbrechen. Bei einigen Betroffenen klingt die Erkrankung danach ab. Bei anderen steigt das Fieber nach der ersten Phase jedoch erneut an. Dann kommt es meist auch zu einem Anschwellen der Leber und ähnlichen Symptomen wie bei einer Gelbsucht. Auch Hautblutungen und innere Blutungen sowie Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen können auftreten. Diese zweite Phase endet in 20 Prozent der Fälle tödlich.

Ein spezielles Medikament gegen Gelbfieber gibt es nicht. Die Behandlung beschränkt sich daher auf die Linderung der Symptome. Wer jedoch einmal eine Infektion mit Gelbfieber überstanden hat, ist sein Leben lang immun. Bei einer Reise in betroffene Gebiete sollten Sie sich gegen Gelbfieber impfen lassen. Dafür sind in Deutschland nur bestimmte Einrichtungen und Praxen zugelassen. Eine Impfung erhalten Sie beispielsweise bei den Tropeninstituten. Zusätzlich vermindert ein guter Mückenschutz die Gefahr einer Gelbfieberinfektion.
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Hepatitis A

Hepatitis A ist eine Virusinfektion, die durch verunreinigte Lebensmittel, verunreinigtes Wasser oder engen Kontakt zu infizierten Menschen übertragen wird. Sie tritt weltweit vor allem dort auf, wo die Hygienestandards gering sind. Die Erkrankung äußert sich hauptsächlich in Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Durchfall, aber auch in Müdigkeit, Dunkelfärbung des Urins und Fieber. Die Leber vergrößert sich und es kommt zu einer Gelbsucht. Meist heilt die Krankheit nach einigen Wochen ohne Folgen aus, kann sich aber auch über Monate hinziehen und noch lange Zeit eine starke Abgeschlagenheit verursachen. Eine überstandene Infektion führt zu lebenslanger Immunität.

Es gibt keine Medikamente gegen Hepatitis A. Lediglich die Symptome können gelindert werden. Bettruhe, leichte Kost, absoluter Verzicht auf Alkohol und die Leber belastende Medikamente beschleunigen die Heilung. Wer in eine Region reist, in der Hepatitis A häufig vorkommt, sollte sich impfen lassen. Das ist auch noch kurz vor Reisebeginn möglich. Zum Schutz vor Hepatitis A sollte man im Reiseland zudem kein Leitungswasser trinken und nur Nahrungsmittel zu sich nehmen, die kurz zuvor gekocht, gebraten oder geschält wurden.
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Hepatitis B

Auch Hepatitis B ist eine Erkrankung, die durch Viren ausgelöst wird. Sie kommt weltweit sehr häufig vor. Die Viren werden durch Körperflüssigkeiten übertragen. Nach einer Inkubationszeit von einigen Wochen bis zu einem halben Jahr zeigen sich zunächst die gleichen Symptome wie bei Hepatitis A. Spontanheilungen treten bei Hepatitis B recht häufig auf. Etwa 5 bis 10 Prozent der erkrankten Erwachsenen entwickeln jedoch eine chronische Hepatitis B. Bei Kindern ist die Rate noch erheblich höher.

Auch gegen Hepatitis B gibt es keine spezifischen Medikamente. Im akuten Stadium wird versucht, die Symptome zu lindern, was durch Bettruhe und leberschonende Maßnahmen, besonders den Verzicht auf Alkohol, unterstützt wird. Eine chronische Hepatitis B sollte medikamentös  behandelt werden. Vor einer Reise in ein Gebiet, in dem Hepatitis B gehäuft auftritt, ist eine Impfung vor allem dann zu empfehlen, wenn enger Kontakt zu den Einheimischen besteht. Schützen können Sie sich auch, indem Sie den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten vermeiden und vor allem konsequent Kondome benutzen. Hepatitis B ist sehr infektiös: Bereits durch verunreinigte Messer beim Frisörbesuch können die Viren übertragen werden.
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Malaria

Die Ursache für Malaria, auch Sumpffieber oder Wechselfieber genannt, sind Parasiten, die durch die Anopheles-Mücke übertragen werden. Die Krankheit tritt deshalb vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten auf, in denen sich die Mücken in feuchten Gebieten und bei Überschwemmungen gut vermehren können. Malaria ist die häufigste Infektionskrankheit weltweit.

Die Parasiten infizieren die roten Blutkörperchen, die nach einer Reifung platzen und Giftstoffe freisetzen. Diese wiederum lösen Entzündungsreaktionen und Fieber aus. Es gibt unterschiedliche Erreger, die für Malaria verantwortlich sein können. Deshalb unterscheidet man auch drei Malariaformen: Malaria tertiana, Malaria quartana und Malaria tropica. Die verschiedenen Formen weisen typische Fieberrhythmen auf. Bei Malaria tertiana beispielsweise wird ein Tag mit Fieber von einem Tag ohne Fieber und wieder einem dritten Tag mit Fieber abgelöst. Bei der Malaria quartana tritt das Fieber nach zwei fieberfreien Tagen am vierten Tag wieder auf. Malaria tropica ist die gefährlichste Form des Wechselfiebers und führt unbehandelt häufig zum Tod.

Behandelt wird Malaria mit verschiedenen Medikamenten gegen die Parasiten. Eine Impfung gegen die Krankheit gibt es nicht. Wer in Malaria-Gebiete reist, kann sich jedoch mit einer sogenannten Chemoprophylaxe schützen. Die Empfehlungen hierfür unterscheiden sich je nach Reiseziel. Für einen längeren Aufenthalt bietet sich die sogenannte „Stand-by“-Medikation an. Dabei handelt es sich um ein Medikament, das bei den ersten Anzeichen einer Malariaerkrankung eingenommen wird. Daneben ist ein angemessener Mückenschutz sehr wichtig.
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Leishmaniose

Leishmaniose wird durch Parasiten ausgelöst, die von Sand- oder Schmetterlingsmücken übertragen werden. Risikogebiete sind hauptsächlich Mittel- und Südamerika, Afrika, Kleinasien und Indien. Die Krankheit tritt allerdings auch im Mittelmeerraum auf. Die Parasiten schädigen Milz, Leber, Knochenmark, Lymphknoten, Haut oder Schleimhaut. Man unterscheidet drei Formen der Leishmaniose: Die Haut-Leishmaniose (Orientbeule) mit einem Geschwür um den Stich, die Schleimhaut-Leishmaniose, bei der der Mund-Nasen-Bereich zerstört wird und die innere Leishmaniose (Kala-Azar). Bei Letzterer schädigen die Parasiten Leber und Milz. Sie endet manchmal tödlich.

Die Leishmaniose kann mit Chemotherapeutika und Antibiotika behandelt werden, die gegen diese Parasiten wirken. Eine Impfung gegen Leishmaniose gibt es nicht. Umso wichtiger ist es, sich ausreichend gegen Mückenstiche zu schützen.
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Diphterie

Diphterie wird durch Bakterien (Corynebacterium diphtheriae) verursacht, die über Tröpfcheninfektion verbreitet werden. Die Erkrankung tritt weltweit in ärmeren Regionen, häufig auch in der ehemaligen Sowjetunion auf. Die Bakterien setzen ein Gift (Toxin) frei, das zu Entzündungsreaktionen führt. Symptome sind Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Fieber und Schluckbeschwerden. Der Rachenbereich schwillt meist stark an, zum Teil so weit, dass Erstickungsgefahr besteht. Bei einem sehr schweren Verlauf kann die Erkrankung tödlich sein.

Diphterie sollte in einem Krankenhaus behandelt werden. Betroffene erhalten ein Gegengift (Diphterie-Antitoxin) und Antibiotika. Bei schweren Verläufen ist auch eine Beatmung notwendig. Eine Impfung gegen Diphterie wird in Deutschland ab dem zweiten Lebensmonat empfohlen. Die Auffrischung bei Erwachsenen erfolgt zusammen mit der Tetanus-Impfung im 10-Jahres-Rhythmus. Wer keinen ausreichenden Impfschutz hat, sollte sich spätestens vor Antritt einer Reise in ein Risikogebiet impfen lassen.
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Weitere Reisekrankheiten

Weitere Krankheiten, die auf Reisen auftreten können, sind: Schistosomiasis, Tuberkulose, Wurmerkrankungen, Japanische Enzephalitis, Hepatitis C, Hepatitis D, Hepatitis E und viele andere mehr.

Mittlerweile übernehmen auch viele gesetzliche Krankenkassen die Kosten für Reiseimpfungen. Welche Impfungen Ihre Krankenkasse zahlt, erfahren Sie hier http://crm.de/krankenkassen/kk_tabelle_kassen.htm
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Toilettenpapierhalter
© Thinkstock
Reisedurchfall: Die häufigste Reisekrankheit ist Durchfall. Meist ist er harmlos und verschwindet von alleine wieder. Aber auch Cholera oder Typhus können auftreten.
Tigermücke
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Dengue-Fieber: Bestimmte Arten der Tigermücke übertragen das Virus, das Dengue-Fieber auslöst. Auch andere Mückenarten können Krankheiten übertragen: die Anopheles-Mücke beispielsweise Malaria.
Mineralwasser in Plastikflasche
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Vorbeugung: Zum Schutz vor einigen Reisekrankheiten, wie beispielsweise Hepatitis A oder Durchfall, ist es sinnvoll, kein Leitungswasser zu trinken. Nur Wasser aus original versiegelten Flaschen ist unbedenklich.